Inhalt: HERZLICH WILLKOMMEN

Kontact

Spielen - Verbinden - Berühren

Das Thema zum Treffen 2017 entstanden im November 2016, in einer Zeit von Unsicherheit und Krisen.

9.11.2016
Heute Nacht - für mich überraschend und verstörend - ist Trump zum amerikanischen Präsidenten gewählt worden. Ich hatte sofort das starke Bedürfnis, mit Freunden und Gleichgesinnten zusammen zu sein und mich zu verbinden. Und am Morgen - ich war auf einer Tagung und auf dem Programm stand ein Vortrag des Politikwissenschaftlers Klaus Leggewie - packte mich die Sehnsucht nach einem 'politischen Seelsorger', der mir alles erklären und zurechtrücken sollte.
Das tat er, aber nicht in meinem Sinne. Das heißt, er sagte nicht, es wird alles wieder gut, sondern - und so war es dann auch überall zu lesen - die USA seien nur die Vorboten für Europa. So würde es auch uns ergehen, wenn wir weiterhin die starre Grenze zwischen links und rechts ziehen würden,
hier: Die Guten, dort: Die Bösen.

In politisch schwierigen Zeiten - Rechtsruck überall - gibt es den starken Wunsch, sich derer zu vergewissern, die denken wie wir, mit ihnen in Kontakt zu sein. Aber ebenso notwendig ist es, den Kontakt zu den 'anderen' zu suchen und die Auseinandersetzung mit dem uns Fremden zu wagen. Streitfähig werden mit denen, die uns nicht passen. Was sind ihre Ängste? Was treibt sie an? Welche Sorgen für die Zukunft stecken hinter ihren Geschichten? Sind diese so anders als unsere?
Zitat vom Katharina Witte

Ein vielleicht heftiger Einstieg in das Tagungsthema, aber die obigen Fragen nehmen wir mit in das Thema des Playback Theater Treffens

Kontact: Spielen - Verbinden - Berühren

In Kontakt zu dem was außerhalb unseres Gewohnten ist, Begegnungen nicht nur mit Freunden, sondern mit Fremden. Die Menschen erkunden - und uns erkunden lassen - von denen wir bisher noch nichts wussten. Und dem Fremden in uns selbst begegnen.

    Es gibt vielerlei Kontaktebenen beim Playbacktheater.
  • Der Kontakt untereinander in diesen drei Tagen und darüber hinaus.
  • Der Kontakt der Spieler untereinander auf der Bühne und zur Moderatorin: Werden Signale wahrgenommen und gibt es Vertrauen?
  • Der Kontakt zu den ZuschauerInnen: Wer sitzt da, welche Gruppierungen gibt es, können alle zu Wort kommen? Welche Geschichten von Kontakten im Alltag bringen sie ein und auf welche Kontakterfahrungen treffen sie bei den SpielerInnen?
  • Der Kontakt zu dem was ich kenne und zu dem, was mir unbekannt ist: Bin ich offen für das Fremde, das mir begegnet? Kann ich die Geschichte körperlich spüren, habe ich Herzklopfen, Blockaden, welche Gefühle werden ausgelöst?
  • Der Kontakt zwischen SpielerInnen und MusikerIn. Lässt sich das Spiel von der Musik, die Musik vom Spiel leiten?
  • Der Kontakt zum Erzähler, zur Erzählerin: Erfasse ich neben dem Gesagten auch Mimik, Gestik, Atmosphäre?
  • Der Kontakt zum Raum und zur Bühne: Kann ich meine Stimme dem Raum anpassen, kann ich die Bühne zu meinem Raum werden lassen?

Diese vielen Arten von Kontakt - zu uns, beim Treffen, im Alltag und in der Welt -
werden wir in den drei Tagen erspielen, erfahren und erforschen. Im eigenen Takt.